Microsoft enthüllt Majorana-2-Quantenchip mit 1000-facher Zuverlässigkeitssteigerung, Ziel: kommerziell nutzbare Maschine bis 2029

Microsoft hat am 2. Juni Majorana 2 vorgestellt, seinen topologischen Quantenchip der nächsten Generation mit einem bleibasierten Supraleiter, der Qubits liefert, die 1.000-mal zuverlässiger sind als die seines Vorgängers. Die durchschnittliche Lebensdauer der Qubits beträgt 20 Sekunden – einige Instanzen halten bis zu einer Minute – verglichen mit den Mikrosekunden-Lebensdauern, die bei konkurrierenden Ansätzen üblich sind; Microsoft Technical Fellow Chetan Nayak brachte es auf den Punkt: „Wir sind 1.000-mal besser.“ Der Chip unterstützt außerdem Operationen im Mikrosekundenbereich und packt jedes Qubit auf 1/100 Millimeter, ein GrößenVorteil, der zur Skalierbarkeit beiträgt. Der entscheidende Materialwechsel – vom Aluminium-Supraleiter von Majorana 1 zu Blei, das die empfindlichen Qubits vor kosmischen Störungen abschirmt – wird für den Großteil der Zuverlässigkeitssteigerungen verantwortlich gemacht. Mit diesen Meilensteinen hat Microsoft seine Prognose überarbeitet: Es rechnet nun damit, bis 2029 einen kommerziell nutzbaren, skalierbaren Quantencomputer zu liefern und damit seinen ursprünglichen Zeitplan zu halbieren.

Grundlage für die Entwicklung von Majorana 2 ist Microsoft Discovery, die KI-gesteuerte Frontier-F&E-Plattform des Unternehmens, die ebenfalls am 2. Juni allgemein verfügbar wurde. Das Quantenteam setzte während der gesamten Chip-Entwicklung autonome KI-Agenten ein – sie automatisierten Qubit-Messungen, die zuvor jeweils Wochen dauerten, synthetisierten fast zwei Jahrzehnte interdisziplinärer Daten, um Korrelationen aufzudecken, die kein einzelner Forscher hätte identifizieren können, und erkannten einen falsch kalibrierten Temperatursensor, der die Fertigungsergebnisse verfälscht hatte. „Agentische KI hat fast alles durchdrungen, was wir tun“, sagte Nayak. Microsoft hat gleichzeitig eine Microsoft Discovery App in der Early Preview veröffentlicht – kostenlos herunterladbar und mit einem GitHub Copilot-Konto lokal ausführbar – die die Kernfunktionen der Plattform auch einzelnen Forschern außerhalb von Unternehmen zugänglich macht.

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