Die Boston Consulting Group (BCG) veröffentlichte am 27. Mai den „Global Wealth Report 2026“. Demnach übertraf Hongkong mit einem Volumen von 2,95 Billionen US-Dollar an grenzüberschreitend verwalteten Vermögenswerten – etwa 23 Billionen Hongkong-Dollar – erstmals die Schweiz (2,94 Billionen US-Dollar) und avancierte zum weltweit größten Zentrum für grenzüberschreitende Vermögensverwaltung; Singapur landete mit 2,1 Billionen US-Dollar auf dem dritten Platz. Laut Bericht stieg das globale Finanzvermögen im vergangenen Jahr um 10,7 % auf 333 Billionen US-Dollar – das schnellste Wachstum seit 2021. Inklusive Sachwerten wie Immobilien beläuft sich das Gesamtvermögen der Welt auf satte 550 Billionen US-Dollar. Auch in Hongkong wuchs das Volumen grenzüberschreitender Vermögenswerte um 10,7 %. Die BCG weist darauf hin, dass zwei Hauptfaktoren dafür verantwortlich sind: Erstens fließen 60 % des gesamten in Hongkong verwalteten Vermögens aus Festlandchina; zweitens erholt sich der lokale Neuemissionsmarkt kräftig – seit Jahresbeginn haben die Erlöse aus IPOs an der Börse Hongkong um über 110 % auf mehr als 160 Milliarden Hongkong-Dollar zugelegt. Zahlreiche Hightech-Unternehmen sowie Firmen, die sowohl in China als auch in Hongkong gelistet sind, drängen nun verstärkt auf den Markt; dieser starke „Reichtums-Effekt“ fungiert als Hauptmotor dafür, dass hochvermögende Kapitalströme im Privatbankensystem Hongkongs verbleiben. Die BCG prognostiziert für die kommenden fünf Jahre ein jährliches Wachstum von jeweils 9 % in Hongkong und Singapur; die Schweiz soll dabei nur 6 % erreichen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports liegt auf physischem Gold: Im letzten Jahr explodierte dessen Volumen um 44 %. Die BCG führt dies auf zwei Faktoren zurück – die starke Kaufkraft privater Anleger weltweit sowie die Bestrebungen nationaler Zentralbanken, ihre Reserven zu „de-dollarisieren“. Dies spiegelt die tiefe Besorgnis wohlhabender Kreise hinsichtlich hoher Inflation und der langfristigen Stabilität der wichtigsten Reservewährungen wider. Zudem zeichnet sich laut Bericht ein globales Modell der „zweifachen Ost-West-Zentren“ ab: Während die Schweiz weiterhin als sicherer Hafen für Fluchtkapital aus Westeuropa und dem Nahen Osten dient, profitieren Hongkong und Singapur gemeinsam vom rasanten Wirtschaftswachstum Asiens. Beide Standorte ergänzen sich strukturell – sie ersetzen sich keineswegs gegenseitig. Ein Risiko bleibt jedoch bestehen: Da Hongkongs Vermögensmotor eng mit der Wirtschaft und regulatorischen Rahmenbedingungen Festlandchinas verknüpft ist, wird die Konjunktur in China direkten Einfluss auf Schwankungen dieses gigantischen Vermögenspools von 23 Billionen US-Dollar haben.